Einführung

Die Geschichte des Neueren Hauptarchivs beginnt im Jahre 1963. Seitdem ins Staatsarchiv gelangte Unterlagen wurden in der Regel dem Neueren Hauptarchiv zugeordnet, wenn sie nach 1936 abgeschlossen waren. Älteres Archivgut aus der Zeit vor 1936 wurde weiterhin in das Ältere Hauptarchiv eingegliedert. Analog dazu hat man in Ausnahmefällen dort bereits verzeichnete jüngere Unterlagen aus der Zeit nach 1936 umsigniert. Eine exakte zeitliche Grenze lässt sich aber nicht ziehen, da immer wieder Abweichungen vom Grundprinzip festzustellen sind. Einen Bruch erfuhr diese Praxis in den 1990er-Jahren. Seither wird kein Archivgut mehr ins Ältere Hauptarchiv integriert. In Einzelfällen können daher auch ältere Unterlagen im Neueren Hauptarchiv vorhanden sein.

Gliederungsprinzip

Im Neueren Hauptarchiv bilden die staatlichen Verwaltungseinheiten die Gliederungselemente. Nicht mehr der Inhalt, das Thema oder der Betreff der Aktenserien ist für die Eingliederung in den Gesamtbestand entscheidend, sondern die einzelnen Amtsstellen, bei denen die Unterlagen entstanden sind. Dieses System hat den entscheidenden Vorteil, dass organisch gewachsene Akten auch im Archiv eine Einheit bilden. Somit bleibt der Entstehungskontext der einzelnen Aktengruppen erhalten. Dieser Ordnungsgrundsatz wird "Provenienzprinzip" genannt, das Neuere Hauptarchiv dementsprechend Provenienzbestand.

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Aufbau nach Departementen

Oberstes Gliederungsmerkmal sind die sieben Departemente des Kantons Basel-Stadt. Vorangestellt sind die Verfassungsgebenden Versammlungen, der Grosse Rat sowie Regierungsrat und Staatskanzlei. Untergeordnet bilden Fonds Ressorts oder Abteilungen ab. Bis 1995 wurden neue Ablieferungen physisch in die betreffenden Fonds eingegliedert, um die einheitliche Struktur des Repertoriums zu erhalten. Seither werden Unterlagen nicht mehr fusioniert, sondern in Bestände oder Zugänge zu Beständen unterteilt. Lassen sich neue Unterlagen einer Dienststelle einem bestehenden Bestand systematisch zuordnen, wird das Prinzip des Zugangs gewählt. Weicht die Struktur zu sehr ab, wird ein neuer Bestand gebildet. In der Regel sind daher pro Fonds mehrere Bestände vorhanden.

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Benutzung und Einleitungen

Für die Benutzung des Neueren Hauptarchivs sind Kenntnisse der Struktur und Entwicklung der kantonalen Verwaltung Basel-Stadt von grossem Vorteil. Vor jeder Recherche ist zu überlegen, bei welcher Dienststelle (Aktenbildner) welche Unterlagen zu einem bestimmten Sachgebiet entstanden sein könnten.

Seit einigen Jahren stellt das Staatsarchiv, dem Repertorium, d.h. der strukturierten Inhaltsübersicht über die einzelnen Fonds und Bestände, Einleitungen voran. Diese enthalten in der Regel eine kurze Zusammenfassung zur Geschichte des Aktenbildners sowie Hinweise zur Bestandsbildung, zu Inhalt und Form der vorliegenden Unterlagen sowie zu den im konkreten Falle angewandten Bewertungs- und Erschliessungsgrundsätzen. Wer einen Einstieg in die Bestände und ihre Überlieferungsgeschichte sucht, findet hier die wichtigsten Informationen.

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Besonderheiten

Beachtet werden muss auch, dass die Staatsurkunden sowie die meisten Protokollserien aus Kontinuitätsgründen bis 1997 bzw. 2004 in die einschlägigen Bestände des Älteren Hauptarchivs integriert wurden und dort zu suchen sind.

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