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Aktuell - Museumsnacht 2010 ein Erfolg
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Eine attraktive Filmnacht im Archiv

Das Staatsarchiv Basel-Stadt machte die Museumsnacht zur Filmnacht und zog damit viel Aufmerksamkeit auf sich. Das Publikum bewegte sich dicht gedrängt an den Filmbars, im Kino und in der Ausstellung zum Projekt „Filme im Staatsarchiv“und schaute sich die interessanten Zeitdokumente aus dem letzten Jahrhundert an.

Rund 1'300 Personen besuchten in der Museumsnacht das Staatsarchiv mit Filmen und interessanten Führungen hinter die Kulissen. Das an die Fassade projezierte filmische Rollentagebuch von Karl Robert Schäfer zog schon im Innenhof die Blicke auf sich und lenkte das Publikum an die Filmnacht. An zwei Filmbars wurde ein Querschnitt durch die historischen Filmdokumente aus dem Bestand gezeigt – vom „Elefantenfang in Ostafrika“ des Zoo Basels aus dem Jahr 1952, über „Gefahr Nord West“, ein Film von Peter Moeschlin und Andreas Demmer über die Rettung Schiffsbrüchiger vor der ostfriesischen Insel Borkum (1958), bis zu Filmen der Polizei über den Verkehr an der Muba oder zur Unfallprävention im Strassenverkehr mit „Mord ohne Absicht“, ein besonders dramatischer Film aus den 50er Jahren.

Auch in der Essbar gab es zu den Köstlichkeiten von „Da Graziella“ Filme auf der Grossleinwand, so etwa Szenen aus der Schulkolonie auf dem Hasleberg aus dem Jahr 1938 oder die Attraktion im Basler Zoo, der See-Elefant Goliath, der 1938 kurz in Basel einen Gastauftritt hatte.

Im „Kino“ nahm der Film „Gegen den Strom“ (1956) von Walter Kägi und Kurt Flüh das Publikum mit auf die Reise von Rotterdam nach Basel. Mehr Spielfilm denn Dokumentarfilm beschwört das Zeitdokument den wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit und betont die Bedeutung der Rheinschifffahrt für die Stadt Basel. Der Film wirbt für den Beruf des Rheinschiffers und bewegt sich dabei im Fahrwasser der Rheinromantik mit all ihren Mythen wie die Loreley, die Weinberge und Burgen. Im pathetischen Stil der 50er Jahre ist „Gegen den Strom“ nicht zuletzt ein Heimatfilm, der die Schiffersfamilie ins Zentrum der Handlung rückt. Die Geburt des zweiten Kindes noch vor Ankunft im Hafen sorgt für Spannung und gibt nicht nur Aufschluss über die Rollenverteilung dieser Zeit, sondern weist darüber hinaus auf das Nachwuchsthema hin.

Ein besonderes Vergnügen war es, den Ausführungen von Hauptdarsteller Gottfried Streuli (82) zuzuhören, der als junger Schiffsführer von der Reederei zu seiner Rolle im Film  „Gegen den Strom“ verpflichte wurde und mit seiner damaligen Filmpartnerin, der Schauspielerin Marianne Kober, und mit der Tochter von Walter Kägi die Familie Lindegger spielte. Streuli ist ein Zeitzeuge, dem die Dramatik des Films nicht in allen Teilen gefiel. Mit ein paar Anekdoten liess er das Publikum hinter die Kulissen der Dreharbeiten 1952 blicken.

Jahr des Films im Archiv

Die Museumsnacht war der Auftakt für die Präsentation einer Filmauswahl aus dem Archiv. Auf Mitte Jahr ist eine DVD samt Booklet geplant, die einen Querschnitt aus dem breiten Spektrum des Filmbestands zeigen wird. Eine Auswahl aus den insgesamt über 400 Filmen im Staatsarchiv wird an einem Filmevent am 10. Juni 2010 im Stadtkino Basel gezeigt. Mit dem Projekt Profis „Filme im Staatsarchiv“ sichert das Archiv seinen Filmbestand für eine nachhaltige Benützung und macht eine Auswahl digitaler Filme der breiten Öffentlichkeit zugänglich.

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